Wasserdichte Laufjacke für Trailrunning: Was die Pflichtausrüstung verlangt und welche du kaufen solltest

Du holst deine Startnummer ab, der Helfer öffnet deinen Rucksack, schaut in deine Jacke und sagt: Die zählt nicht. Das ist die häufigste Szene beim Materialcheck im Herbst, und fast immer aus demselben Grund: eine Windjacke, die wasserdicht aussah.
Hier erfährst du, was das Reglement wirklich verlangt, wie du deine Jacke in 30 Sekunden prüfst und welche du kaufen solltest, falls sie durchfällt.
Jacken, die den Materialcheck bestehen
- #1Beste insgesamt: die leichteste und atmungsaktivste: Gore Wear R7 GTX ShakedryBei Amazon ansehen →(öffnet in neuem Tab)
- #2Die vielseitigste Wettkampfjacke: Salomon Bonatti WPBei Amazon ansehen →(öffnet in neuem Tab)
- #3Ergänzung: wasserdichter Handschuh: Salomon Bonatti Pro Waterproof GloveBei Amazon ansehen →(öffnet in neuem Tab)
Die 4 Anforderungen an eine wasserdichte Pflichtjacke
- Wasserdichte, atmungsaktive Membran (Gore-Tex, Pertex Shield, AdvancedSkin Shield o. Ä.).
- Getapte Nähte (innen mit Nahtband verschweißt). Ohne sie dringt Wasser durch die Nähte, auch wenn der Stoff dicht ist.
- Integrierte Kapuze, nicht abnehmbar und keine separate Mütze.
- Empfohlene Wassersäule von mindestens 10.000 mm (der Richtwert in Reglements nach UTMB-Vorbild).
Eine Windjacke zählt nicht, auch nicht mit wasserabweisender Imprägnierung (DWR), an der das Wasser die ersten 15 Minuten abperlt.
Vergleich: Welche besteht den Check?
| Modell | Gewicht ca. | Membran | Getapte Nähte | Besteht den Check? | Für wen |
|---|---|---|---|---|---|
| Gore Wear R7 GTX Shakedry | 110 g | Gore-Tex Shakedry | Ja | ✅ Ja | Verregnete Ultras, maximal leicht |
| Salomon Bonatti WP | 135 g | Ja | Ja | ✅ Ja | Eine Jacke für Rennen und Training |
| Salomon Bonatti Cross Wind | 134 g | Nein (nur DWR) | Nein | ❌ Nein | Training bei Wind und Nieselregen |
| Montane Featherlite Hooded | 120 g | Nein | Nein | ❌ Nein | Windjacke für trockene Grate |
Die Jacken im Einzelnen
Gore Wear R7 GTX Shakedry: die ultraleichte Referenz
Shakedry hat keinen Oberstoff, der sich vollsaugen kann: Die Membran liegt außen, das Wasser perlt ab, und die Atmungsaktivität bleibt auch nach Stunden im Regen erhalten. Unsere Wahl für Berg-Ultras im Herbst. Schwachpunkt: Die offene Membran ist empfindlicher gegen Reibung der Rucksackträger. Behandle sie sorgsam, dann hält sie mehrere Saisons.
Salomon Bonatti WP: die Allrounderin
Getapte Nähte, verstellbare Kapuze, Belüftung am Rücken, lässt sich in die eigene Tasche packen. Ein paar Gramm schwerer als die Gore, verträgt aber Rucksackreibung und den Alltag besser. Wenn du nur eine Jacke haben willst, dann diese.
Windjacken fürs Training (nicht für den Materialcheck)
Bei Wind am Grat oder kurzem Nieselregen im Training atmet eine Windjacke deutlich besser als jede Membranjacke. Nutze sie als Trainingsschicht, aber nicht beim Materialcheck: keine Membran, keine getapten Nähte.
Was die Zahlen auf dem Etikett bedeuten
Wassersäule (mm)
Sie misst, wie viel Wasserdruck der Stoff aushält, bevor er durchlässt:
- Unter 5.000 mm: hält Nieselregen ab. Nicht als Pflichtjacke geeignet.
- 10.000 mm: das sinnvolle Minimum im Gebirge und der Richtwert in den Reglements.
- Ab 20.000 mm: starker, lang anhaltender Regen plus Druck der Rucksackträger auf den Schultern.
Achtung bei den Trägern: Wo die Laufweste drückt, vervielfacht sich der Druck auf den Stoff. Deshalb werden billige „wasserdichte“ Jacken genau an den Schultern nass.
Atmungsaktivität (RET oder g/m²/24 h)
Atmet die Jacke nicht, wirst du trotzdem nass, nur von Schweiß. Zum Laufen solltest du einen RET unter 6 oder über 20.000 g/m²/24 h anpeilen.
Der 30-Sekunden-Test
Dreh die Jacke auf links. Liegt auf jeder Naht ein Kunststoffband, ist sie getapt. Siehst du nur Faden, ist sie es nicht, und beim Materialcheck kann sie abgelehnt werden.
Wie beim Materialcheck kontrolliert wird
Helfer prüfen meist drei Dinge: das Membran-Etikett oder -Logo, die Nähte innen und die Kapuze. Manche Veranstalter kontrollieren auch an einer Verpflegungsstelle unterwegs, und eine fehlende Jacke kann eine Zeitstrafe oder Disqualifikation bedeuten.
In den Pyrenäen, den Picos de Europa oder der Sierra Nevada kann das Wetter trotz guter Vorhersage innerhalb einer Stunde umschlagen. Deshalb steht die Jacke im Reglement praktisch jedes Berg-Ultras im Herbst.
3 Fehler, die dich die Startnummer kosten (oder durchnässen)
- Eine Windjacke mit DWR mitnehmen. Sie weist Spritzer ab, hat aber weder Membran noch getapte Nähte, also erfüllt sie die Regel nicht.
- Zu eng kaufen. Sie muss über die Trinkweste passen, zumindest aber über eine Thermoschicht. Spannt es an den Schultern, nimm eine Größe größer.
- Die DWR nicht auffrischen. Mit der Zeit saugt sich der Oberstoff voll, und die Atmungsaktivität bricht ein. Wasche die Jacke mit Funktionswaschmittel und gib ihr zwei- bis dreimal pro Saison eine schonende Runde im Trockner.
Vervollständige dein Regen-Set
Die Jacke allein reicht bei echtem Regen nicht. Die Hände verlieren zuerst an Geschick: Mit steifen Fingern öffnest du kein Gel und hältst keinen Stock.
Für kalten Regen ein leichter wasserdichter Handschuh, mit dem du Gels und Stöcke noch bedienen kannst:
Für Schneeregen oder Schnee eine Gore-Tex-Membran mit Isolierung:
Auf schlammigen Abschnitten halten Gamaschen Schlamm und Wasser vom Knöchel fern:
Mehr Modelle im Vergleich findest du in unserem Ratgeber beste Trailrunning-Handschuhe.
Häufige Fragen
Reicht eine Jacke mit 5.000 mm für die Pflichtausrüstung?
Das hängt vom Reglement ab. Schreibt das Rennen 10.000 mm als Minimum vor, nein. Selbst ohne Zahl ist eine 5.000-mm-Jacke bei echtem Regen nach wenigen Stunden durch, besonders unter den Rucksackträgern.
Zählt ein Poncho oder ein billiges Regencape?
Nein. Die meisten Reglements verlangen Ärmel, eine integrierte Kapuze und getapte Nähte. Ein Poncho ist bei Wind auf einem ausgesetzten Grat außerdem gefährlich.
Wie viel sollte eine gute Trailjacke wiegen?
Zwischen 100 und 250 g. Unter 150 g sparst du Platz im Rucksack, verlierst aber an Haltbarkeit und bekommst meist eine knappere Kapuze. Wer viele verregnete Ultras läuft, fährt mit etwas mehr Gewicht und mehr Robustheit besser.
Damen- oder Herrenmodell?
Damenmodelle haben einen kürzeren Rumpf und schmalere Schultern. Bei einem Kleidungsstück, das über der Weste getragen wird, zählt der Schnitt mehr als bei einem T-Shirt: Wähle das Modell, das zu deinem Körper passt.






